
Für viele Christen ist Glauben auch weiterhin eine manchmal eher schwierige Sache. Sie ist meist deshalb schwierig, weil einige wichtige im Wort Gottes gelehrte Wahrheiten zu Glauben entweder nicht bekannt, nicht genügend beachtet oder vielleicht gar außer acht gelassen werden.
Selbst Gläubige, die vielleicht schon viele Jahre an Christus glauben und somit von Gott geboren sind und zur Gemeinde Gottes, der Gemeinde des Leibes Christi, gehören, erleben immer wieder in ihrem Leben Situationen, in denen Glauben für sie zu einer nicht einfachen Angelegenheit wird. Ich möchte in dieser Studie an einige grundlegende Wahrheiten erinnern, die uns helfen werden, in größerem Ausmaß als zuvor Gott zu glauben und seine Verheißungen in unserem Leben zu empfangen.
Glaube – [pistis] im Griechischen – bezeichnet eine innere Haltung von Vertrauen, Überzeugung, einem „Für wahr halten" einer bestimmten Realität. In manchen Situationen zeigt sich Glauben dann darin, daß man gemäß seiner inneren Haltung und Überzeugung handelt.
Manchmal erleben wir es, daß wir nicht mit Überzeugung und Vertrauen handeln, und wir versuchen dann eventuell mit größten Anstrengungen, unsere Handlungen überzeugender auszuführen. Damit kommen wir nur leider nicht viel weiter, denn das Problem mangelnder Überzeugung liegt nicht in unserer Handlung, sondern an anderer Stelle.
Man kann nur fester Überzeugung und festen Glaubens sein, wenn man jegliche Unbestimmtheit und Unsicherheit bzgl. Gottes Willen in einer Sache abgelegt hat. Man kann nur in dem Maße Glauben und Vertrauen haben, wie man den offenbarten Willen Gottes kennt. Dazu muß man wissen, was die Schrift bzgl. einer Angelegenheit lehrt, man muß die Aussagen der Schrift zu einer Sache kennen. Wenn man sicher weiß, daß Gott das verheißen hat, was man benötigt, dann kann man die Sache mit fester Überzeugung und Glauben angehen, wobei jegliche Zweifel bzw. Unsicherheiten beseitigt sind. Nur wenn wir Gottes Willen kennen, haben wir das, worauf wir unseren Glauben gründen können. Durch das Wort Gottes wird Glauben möglich – Glaube zum Empfangen von Gottes verheißenen Segnungen ist das Ergebnis davon, daß wir Gottes Wort kennen und dementsprechend handeln.
Römer 10,17:
So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.
Hier ist im Zusammenhang vom Glauben hin zur Rettung die Rede; das Prinzip aber – Glauben basiert auf dem, was Gottes Wort verheißt und was wir aufgrund der Predigt von Gottes Wort hören – ist das gleiche, auch wenn es um andere Segnungen geht. Ein erneuerter Sinn ist der Schlüssel zum Wandel in der Kraft Gottes, eine Einstellung des Herzens, die absolut „Ja!" sagt zu dem, was Gott in seinem Wort offenbart hat.
Jesus Christus bezeichnete in einem Gleichnis das Wort Gottes als „den Samen". Es ist der Same zu göttlichem, ewigem Leben; es ist der Same zu einer jeglichen Segnung Gottes in unserem Leben. Das Wort Gottes verkündet uns den Willen Gottes. Wenn jemand vom Wort Gottes nicht sicher ist, daß die gewünschte Segnung Gottes Wille für ihn ist, so versucht er gewissermaßen eine Ernte einzufahren, wo nichts gesät wurde. Ein Bauer kann keinerlei Vertrauen bzw. Glaube im Blick auf eine Ernte haben, wenn er nicht sicher ist, daß die Saat ausgesät wurde.
Gottes Wirken geschieht nach dem gleichen Prinzip, denn er kann keine Ernte gewähren, wo nicht zuvor eine Saat gesät wurde – wo nicht sein Wort erkannt und danach gehandelt wird. Gott wirkt mittels seines Wortes, und das ist wahr in jeder Hinsicht. Himmel und Erde wurden gemacht durch sein Wort. Gottes Wort muß daher zuerst in unseren Herzen gesät und anschließend dann weiter bewässert (kultiviert) werden. Der Same muß im Boden bleiben, ansonsten kann keine Ernte daraus hervorgehen.
Wenn wir verheißene Segnungen von Gott empfangen wollen, müssen wir zunächst aus dem Wort Gottes festlegen, daß es Gottes Wille ist, daß wir diese Segnung haben sollen. Wenn wir dies erkannt haben und in unser Herz als Wahrheit aufnehmen und dort behalten, dann haben wir den Samen gesät bzw. gepflanzt. Dann wenden wir uns vertrauensvoll an Gott im Gebet, denn wir sind uns sicher, was Gottes Wille für uns ist. Wenn wir für etwas beten und dann etwa anfügen: „wenn es dein Wille ist", so reißen wir lediglich den Samen wieder aus dem Boden und verhindern sofort, daß wir empfangen können, worum wir bitten.
Wenn uns das Wort Gottes bekannt und vertraut ist, so können wir mit Gewißheit Gottes Zusagen glauben. Dann können wir jedesmal die Erfüllung der von Gott gegebenen Verheißung sehen, indem wir glauben, daß unser Gebet erhört wurde, und das, bevor wir die Antwort auf das Gebet in unserem Leben erfahren.
Copyright © 2003 by Wolfgang Schneider
Quelle: http://www.bibelcenter.de/bibel/studien/d-std009.php · E-Mail: editor@bibelcenter.de
Letzte Änderung: 08.08.2003
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