Das sollten sie im Auge behalten!

Wenn man mich fragen würde, was am 2. Februar in meinem Kalender stand, würde ich sagen: Auf den ersten Blick ein, zwei Termine, da war nichts Besonderes. Wer im liturgischen Kalender blättert würde eine kleine Besonderheit, nämlich den Eintrag „Darstellung des Herrn“, früher besser bekannt unter „Mariä Lichtmess“ finden. Soweit vielleicht noch nichts Besonderes. Besonders jedoch ist der biblische Text an diesem Tag gewesen. Er berichtet davon, wie Maria und ihr Mann gemäß der jüdischen Tradition zum ersten Mal mit ihrem Sohn Jesus in den Tempel gingen. Dort begegnete Ihnen der greise Simeon; dieser sollte erst sterben, wenn er das sieht, was die ganze Welt heilen wird. Als er Jesus sah, erkannte er in Ihm genau das! Er hatte den richtigen Blick für das, was gut tut und Heilung bringt. Seine Augen haben das gesehen, was alle heilen wird und allen gut tun wird. Dennoch hatte er auch im Blick, wie Teile dieser Welt, die noch nicht gut und heil sind, darauf reagieren würden. Dies sagte er auch Maria und Josef. Diesen Blick des Simeon finde ich interessant: Er hat das Gute im Blick, er entdeckt, was heil macht, und erkennt auch die Herausforderungen. Vielleicht ist das ein Blick, der auch uns gut tut? Nicht das Schlechte im Blick haben, sondern das Gute. Nicht nur Mängel erkennen, sondern das fokussieren, was gut tut und heilt in den Grenzen meines persönlichen Lebens. Das ist nicht einfach, vielleicht auch nicht immer möglich; dennoch halte ich diesen Blick, besser: diese Haltung für etwas, das man im Auge behalten sollte. Ich lade Sie ein, diesen Blick immer mal wieder in kleinen Entscheidungen auszuprobieren. Vielleicht schenkt er Ihnen wie Simeon Frieden und Begeisterung, beides wünsche ich Ihnen auf alle Fälle!

 

Sebastian Kraft, Gemeindereferent