Der „Gute Hirte“ – eben nicht der „bezahlte Knecht“

Am nächsten Sonntag geht’s in den katholischen Gottesdiensten anhand des 10. Kapitels aus dem Johannesevangelium wieder mal um „Schafe“ – Ach!

 

Aber: Bevor wir nun abschalten wollen (nach dem Motto: „Das kenn ich doch längst... und ein (dummes) Schaf will ich ohnehin nicht sein...“) lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen und zuzuhören, denn Jesus sagt dort Erstaunliches: „Ich bin der gute Hirt, der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe! Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt.“ Jesus ist offenbar als Hirte ein „Überzeugungstäter“. Er macht nicht einfach einen Job, sondern ihm geht es um jedes einzelne seiner „Schafe“ – und dafür ist er bereit, alles zu geben, sogar sein Leben! Dass aber Schafe in Wirklichkeit alles andere als doof sind, hat sich inzwischen wohl herumgesprochen – eine ihrer großen Fähigkeiten ist es, den „wahren“ Hirten als solchen zu erkennen. Wie aber steht es mit meiner „Erkenntnis“? Wer ist Jesus für mich? Und noch etwas ist bemerkenswert: Jesus sagt: „Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur noch eine Herde geben und einen Hirten.“ Ja wie? - Er sammelt auch Schafe aus einem anderen Stall? Undenkbar!, wo wir doch die „allein seligmachende Kirche“ sind...? Jesus weitet schon damals den Horizont über das „auserwählte“ Volk hinaus – ein großer Ökumeniker offenbar – wie wir?

 

Eine gute Woche wünscht Ihnen - Markus Müller, Pastoralreferent