Halbzeit

Heute ist Sommersonnenwende, da ist der Tag am längsten und die Nacht am kürzesten. Mit dem meteorologischen Sommerbeginn, der schon am 1. Juni war, und der kalendarischen Jahresmitte am 1. Juli sind wir jetzt tatsächlich mittendrin im Jahr: Halbzeit, sozusagen!

 

Im Fußball ist die Halbzeit die Gelegenheit für eine Manöverkritik: Was hat gut geklappt in der ersten Spielhälfte, wo waren die Schwächen in der Mannschaft? Gleichzeitig sagt der Trainer die Strategie für die nächsten 45 Minuten an: So gehen wir den Gegner ab jetzt an, dies und jenes ändern wir an der Aufstellung und an der Taktik!

 

Der Sommerbeginn kann auch für uns eine Gelegenheit sein, auf die erste Jahreshälfte 2018 zurück zu schauen und ein Resümee zu ziehen: Was ist gelungen, sodass ich mich drüber freuen kann? Worüber bin ich traurig, was macht mir Sorgen? Und es wäre eine Möglichkeit, das eine oder andere nachzujustieren und für die zweite Jahreshälfte zu verändern, damit das Blatt sich vielleicht noch wendet. Schließlich wird auch im Fußball das Spiel erst in der zweiten Halbzeit entschieden.

 

In den Gottesdiensten singen die Katholiken in diesen Tagen wieder ein Lied (Gotteslob Nr. 465), das dabei helfen kann, denn es bittet den „Trainer“ Gott, zur Jahres-Halbzeit mit gutem Rat zur Stelle zu sein:

 

„Das Jahr steht auf der Höhe, die große Waage ruht. /

Nun schenk uns deine Nähe und mach die Mitte gut, /

Herr, zwischen Blühn und Reifen und Ende und Beginn. /

Lass uns dein Wort ergreifen und wachsen auf dich hin.

 

Kaum ist der Tag am längsten, wächst wiederum die Nacht. /

Begegne unsren Ängsten mit deiner Liebe Macht. /

Das Dunkle und das Helle, der Schmerz, das Glücklichsein /

nimmt alles seine Stelle in deiner Führung ein.“

 

Einen schönen Sommer und eine gelingende zweite Jahreshälfte wünscht Reinhart Fritz, Pfarrer