Gott kann alles?

Gottesgläubige Menschen sagen gerne, dass Gott alles kann, allmächtig ist. Auch ich bin überzeugt, dass er in der Liebe mächtig ist. Doch gerade deshalb geht es ihm, wie Jesus, der seine Liebe nur anbieten kann.

 

In seiner Heimatstadt Nazareth sind die Menschen gespannt, was es mit Jesus auf sich hat. Denn sie haben von ihm gehört, dass er umherzieht und von Gott erzählt. Noch unglaublicher für sie ist, dass er Menschen geheilt und Wundertaten vollbracht habe. Wir können uns vorstellen, dass alles, was laufen kann, in der Synagoge zusammenströmt, um diesen nun berühmten Sohn der Stadt zu sehen und zu hören. Und tatsächlich, sie gerieten außer sich vor Staunen und fragten sich, woher er diese Weisheit habe. Doch sie können ihn nur mit dem Schubladenkasten sehen, den sie von ihm aus der Zeit, in der er bei ihnen lebte, gewonnen haben. Sie nehmen Anstoß an ihm, sie lehnen ihn ab. Deshalb konnte Jesus dort keine Machttat tun, nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Nach Markus 6,1-6, das am kommenden Sonntag Thema in den katholischen Gottesdiensten ist.

 

Jesu – Gottes Macht endet an unserer Freiheit, denn seine Macht ist die Kraft der Liebe. Was die Menschen in Nazareth damals nicht geschafft haben, das wünsche ich Ihnen und mir für die kommende Woche: Ein waches Auge und ein offenes Herz, die über die vielen Schubladen unserer Erfahrungen hinweg wahrnehmen und so mit liebevollem Blick neu sehen und leben können. Wir werden staunen über das, was sich ereignen wird.

 

Shalom, Thomas Eckerle, Pastoralreferent