Wort für die Woche - Archiv

Hier finden Sie die Beiträge vergangener Wochen.

Sa

19

Mai

2018

Feuer und Flamme für den Glauben

Was ist an Pfingsten passiert? Warum feiern wir das Pfingstfest?“ Diese Fragen stellte eine Gruppe von Konfirmanden in einer Fußgängerzone den Passanten. Und sie waren überrascht: Nur wenige konnten diese Fragen beantworten. Damit bestätigte sich eine früher Emnid-Umfrage, die ergeben hatte, dass ca. 50% der Deutschen nicht wissen, was Pfingsten bedeutet und warum das Pfingstfest gefeiert wird.

 

Mit dem Pfingstfest endet die 50-tägige Osterzeit. Die Apostelgeschichte in der Bibel berichtet davon, dass der Auferstandene Jesus Christus 40 Tage lang immer wieder seinen Jüngerinnen und Jüngern erschienen ist. Danach kehrte er zurück in die für uns unsichtbare Wirklichkeit Gottes, die wir „den Himmel“ nennen. (Das haben wir gerade an „Christi Himmelfahrt“ gefeiert.) Zuvor hatte er angekündigt, seinen Jüngerinnen und Jüngern den Heiligen Gottesgeist zu senden, der sie an alles erinnern sollte, was sie von ihm gelernt und mit ihm erlebt hatten. Und dann geschah es: Am jüdischen Fest Schawout treffen sich die Anhänger von Jesus in einem Haus in Jerusalem. Dann setzt plötzlich ein Brausen vom Himmel ein, gewaltiger Wind erfüllt das Haus. Feuerzungen setzen sich auf ihre Häupter, sie sind erfüllt vom Heiligen Geist und reden in fremden Sprachen. Menschen aus unterschiedlichen Nationen hören sie in ihrer jeweiligen Muttersprache von Gottes großen Taten predigen. Aus einem Häuflein verunsicherter und verängstigter Jüngerinnen und Jünger wird eine Gruppe mutiger Zeuginnen und Verkündiger der Guten Nachricht von Jesus Christus. Der Heilige Geist hat sie begeistert, jetzt sind sie Feuer und Flamme für Jesus und für den Glauben an ihn. Ca. 3000 Menschen schließen sich an diesem Tag den Jesus-Begeisterten an und lassen sich taufen. Das war die Geburtsstunde der christlichen Kirche, das war das erste Pfingstfest. Aber das war nur der Anfang. Der Verfasser der Apostelgeschichte beschreibt, wie sich die Gute Nachricht von Jesus und mit ihr die christliche Kirche nahezu in die ganze damals bekannte Welt verbreitete. Wo Menschen, diese gute Nachricht auf sich wirken lassen, wirkt der Geist Gottes bis heute. Er schafft in den Menschen den Glauben an Jesus, begeistert sie für ihn und macht sie Feuer und Flamme für diesen Glauben. Darum feiern wir das Pfingstfest bis heute.

 

In Rheinstetten haben die katholische und evangelische Kirche die schöne Gewohnheit am Pfingstmontag (21. Mai) gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst zu feiern. Er findet in diesem Jahr um 10 Uhr in der Katholischen Kirche St. Ursula in Neuburgweier statt. Wir laden dazu herzlich ein!

 

Ein frohes und gesegnetes Pfingstfest wünscht Ihnen auch im Namen der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden

 

Gerd Ziegler, Pfarrer der evangelischen Pfarrgemeinde Forchheim

Do

10

Mai

2018

Jesu Vater-Tag

Diesen Donnerstag steigen wieder jede Menge „Vatertagsfeste“ und viele Leute machen „Vatertagsausflüge“, manche leider auch Sauf- und Krakeel-Touren. Die wenigsten werden sich fragen, warum sie dafür mitten in der Woche arbeits- und schulfrei haben (beim Muttertag stellt sich diese Frage nicht, der ist ja immer sonntags). Viele wissen schon gar nicht mehr, dass dieser Tag – auch ganz offiziell laut Kalender – „Christi Himmelfahrt“ heißt und ein hoher christlicher Feiertag ist.

 

Bei genauem Hinsehen ist der Name „Vatertag“ für den vierzigsten Tag nach Ostern aber gar nicht so falsch, denn es ist eigentlich so etwas wie der Vater-Tag von Jesus: Nach seiner zeitweisen Rückkehr zu den Jüngern war der auferstandene Jesus diesen endgültig entzogen worden, war – im Bild gesprochen – in den Himmel aufgefahren. Ganz so, wie er es kurz nach seiner Auferstehung schon angekündigt hatte: „Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“ (Johannesevangelium 20,17).

 

Damit schließt sich ein Kreis: Jesus, der von Gott auf die Erde geschickt worden war, um die Menschen zu retten, kehrt nach getaner Arbeit wieder zu seinem Auftraggeber zurück, und sitzt fortan – wie die Christen im apostolischen Glaubensbekenntnis beten – „zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters“. Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht unbedingt, denn zum Weggehen Jesu, wie die Jünger es damals erlebt haben, gehört eine neue Art der Gegenwart Jesu, wie sie Christen seit ca. 2000 Jahren immer wieder erleben, weil Jesu Zusage stimmt: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Matthäusevangelium 28,20).

 

Reinhart Fritz, Pfarrer

Do

03

Mai

2018

Liebe!

Jeder braucht sie, jeder mag sie, jeder kann sie verschenken. Gemeint ist die Liebe. Liebe betrifft alle: Die verliebten Pärchen am Ufer, Kinder und Ihre Eltern, Ehepartner, Geschiedene, Singles und auch jene, die traurig und alleine zurückbleiben. Liebe ist nicht nur ein Wort. Liebe ist vielmehr als ein Gefühl. Liebe ist eine Entscheidung. Eine die nicht immer einfach ist und uns immer wieder herausfordert. Im ersten Johannesbrief, man kann ihn kommenden Sonntag in den katholischen Gottesdiensten hören, wird folgendes über die Liebe festgehalten: „Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt…“ (1 Joh 4,8)

 

Für viele ist das unbegreiflich. Liebe ist etwas das man fühlt. Das wäre eine Sichtweise. Eine andere scheint mir wahrscheinlicher: Liebe ist ein Gefühl, eine Entscheidung und eine Handlung. Gott macht das deutlich: Er liebt uns. Darum lässt er uns die Freiheit zu entscheiden. Er liebt uns darum spricht er immer wieder zu uns, lässt sich erahnen. Er liebt uns, deshalb ist er Mensch geworden - mit allen Konsequenzen. Er liebt uns, deshalb hat er immer wieder Menschen Mut gemacht, ihnen vergeben und ist in letzter Konsequenz auch gestorben. Er liebt uns, deshalb ist er auferstanden vom Tod mit seinen Wundmalen. Um unser Leben, sowie unsere Entscheidungen und unser Leiden zu respektieren. Darin zeigte er unübertroffen: Liebe endet nicht mit dem Tod. Im Tod ist seine große Liebe ganz da für mich, wenn ich das will. Was bedeutet das für uns? Egal wie ich mein Leben lebe, er liebt mich. Und: Egal wie ich mein Leben lebe –ob alleine oder zu zweit- ich kann lieben. Mehr noch, ich soll lieben! Ich soll andere spüren lassen wie sehr ich geliebt bin. Wie das genau geht? Ganz einfach: Füreinander da sein wenn es eng wird, Verständnis zeigen, schlechte Angewohnheiten ändern, Versöhnung riskieren,… Naja, ganz einfach ist das mit der Liebe nicht. Es braucht Mut, Geduld und wird nicht immer gelingen. Doch Liebe kann alles verändern, manchmal sogar das Leben selbst. Also mitmachen lohnt sich!

 

Sebastian Kraft, Gemeindereferent

Mo

30

Apr

2018

Kommt und singt!

Wann haben Sie das letzte Mal gesungen? Singen ist etwas zutiefst Menschliches. Nur leider trauen sich viele Menschen nicht zu singen. Dabei geht es beim Singen um mehr als den Klang oder die Worte allein. Musik lässt niemanden unbewegt - ein Lied kann bei Trauernden Tränen lösen, pfeifen im Dunkeln die Angst hemmen und manche Arie dringt einem tief ins Herz. Musik bewegt, singen tut gut. Sogar Menschen, die hörgeschädigt sind, empfinden die Schwingungen und lassen sich anstecken vom Rhythmus und der Stimmung, die Musik verbreitet.

 

„Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!“, so ruft es der Beter in Psalm 98 und so lautet auch das Motto für den kommenden Sonntag „Kantate“ - Singt! Im Gottesdienst erinnern wir an das neue Lied von der Auferstehung Jesu. Gott macht alles neu. Er hat für uns den Tod besiegt. Daraus schöpfe ich neue Hoffnung.

 

Jubelt, singt und betet – so lauten die Aufforderungen der nachösterlichen Sonntage in der evangelischen Kirche. Ganz am Anfang steht das Hören: das Hören auf das neue Lied, das Gott selber singt - gegen die Leier vom Tod und der Vergänglichkeit. Ostern ermutigt mich: Kommt und singt!

Das ist der Anfang allen Tuns im Glauben. Und nebenbei tut es auch noch gut!

Probieren Sie es doch einfach mal aus – am Sonntag im Gottesdienst oder zu Hause! Kantate: Singt!

 

Es grüßt Sie herzlich,

Ihre Pfarrerin Ann-Kathrin Peters

Di

24

Apr

2018

Der „Gute Hirte“ – eben nicht der „bezahlte Knecht“

Am nächsten Sonntag geht’s in den katholischen Gottesdiensten anhand des 10. Kapitels aus dem Johannesevangelium wieder mal um „Schafe“ – Ach!

 

Aber: Bevor wir nun abschalten wollen (nach dem Motto: „Das kenn ich doch längst... und ein (dummes) Schaf will ich ohnehin nicht sein...“) lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen und zuzuhören, denn Jesus sagt dort Erstaunliches: „Ich bin der gute Hirt, der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe! Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt.“ Jesus ist offenbar als Hirte ein „Überzeugungstäter“. Er macht nicht einfach einen Job, sondern ihm geht es um jedes einzelne seiner „Schafe“ – und dafür ist er bereit, alles zu geben, sogar sein Leben! Dass aber Schafe in Wirklichkeit alles andere als doof sind, hat sich inzwischen wohl herumgesprochen – eine ihrer großen Fähigkeiten ist es, den „wahren“ Hirten als solchen zu erkennen. Wie aber steht es mit meiner „Erkenntnis“? Wer ist Jesus für mich? Und noch etwas ist bemerkenswert: Jesus sagt: „Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur noch eine Herde geben und einen Hirten.“ Ja wie? - Er sammelt auch Schafe aus einem anderen Stall? Undenkbar!, wo wir doch die „allein seligmachende Kirche“ sind...? Jesus weitet schon damals den Horizont über das „auserwählte“ Volk hinaus – ein großer Ökumeniker offenbar – wie wir?

 

Eine gute Woche wünscht Ihnen - Markus Müller, Pastoralreferent

 

Fr

13

Apr

2018

Nach der Erstkommunion ... für alle Menschen

Liebe Kinder, Ihr habt erfahren, denke ich, dass Ihr in der Vorbereitung gut zusammengekommen seid und auch schöne Stunden gemeinsam erlebt habt. Und dabei seid Ihr aus so unterschiedlichen Familien, Freundschaften und verschiedensten Lebensvorstellungen gekommen. Das ist sehr wichtig, denn Kirche oder Gemeinde ist kein Verein von denen, die eine gleiche Wertvorstellung vertreten, auch kein Interessenverband von denen, die sich um die Verbreitung einer Weltanschauung bemühen. Kirche ist Einheit, in der Gegensätze versöhnt sind, weil sie eine Mitte hat, Jesus Christus. So soll in der Kirche die Einheit aller Menschen, die erst noch kommen wird, erfahren werden können. Es ist die Hoffnung, dass die Liebe, die von Jesus gelebt wurde und die von ihm ausgeht, alle Menschen ergreift. Dafür seid Ihr Kinder und alle, die diese einende Botschaft der Liebe gut für uns Menschen empfinden, als Boten gesandt.
Allen wünsche ich, dass sie in dieser Woche erfahren dürfen, dass sie in dieser Liebe getragen sind und dass sie andere in dieser Liebe tragen können.
Shalom, Thomas Eckerle, Pastoralreferent